Im Duett
Mitten im Kreisverkehr an der Sandstraße in Monheim am Rhein ziehen zwei leuchtend rote Häuserskulpturen die Blicke auf sich. Vor dem Himmel und dem Grün der Kreiselbepflanzung entfalten sie eine starke, fast künstlich wirkende Präsenz. Die beiden Häuser scheinen eng ineinander verschlungen zu sein – als würden sie miteinander tanzen.
Die Skulptur „Im Duett“ wurde von dem deutschen Konzeptkünstler Timm Ulrichs geschaffen. Mit dem Werk spielte Ulrichs humorvoll mit einem vertrauten Motiv: dem einfachen Haus mit Satteldach. Die Form erinnert an ein kindlich gezeichnetes Haus und verweist zugleich auf seine frühe Auseinandersetzung mit Architektur.
Ein Kunstwerk, das sich mit der Bewegung verändert
Der Standort im Kreisverkehr ist bewusst gewählt. Wer sich dem Kunstwerk nähert oder es umrundet, erlebt immer wieder neue Ansichten. Je nach Perspektive wirken die beiden Häuser mal verbunden, mal verschoben, mal fast tänzerisch ineinander verdreht. Dadurch entsteht eine dynamische Wirkung, obwohl die Skulptur selbst fest im Raum steht.
Wie viele Arbeiten von Timm Ulrichs verbindet auch „Im Duett“ eine klare, eingängige Form mit hintergründigem Humor, gedanklicher Mehrdeutigkeit und einem überraschenden Perspektivwechsel. Die beiden Häuser treten miteinander in Beziehung, berühren und verschränken sich. So entsteht ein Kunstwerk, das mit Nähe, Bewegung und Nachbarschaft spielt – und dabei augenzwinkernd die Umgebung der Einfamilienhausbebauung aufgreift.
Rote Häuserskulpturen als Blickfang im Kreisverkehr
Für Monheim am Rhein schuf Timm Ulrichs mit „Im Duett“ ein prägnantes Kunstwerk im öffentlichen Raum. Die massive Stahlkonstruktion wurde in Hannover gefertigt und vor Ort zusammengesetzt. Durch ihre klare Form, die kräftige rote Farbe und die ungewöhnliche Stellung auf einer Ecke fügt sich die Skulptur einerseits in die bauliche Umgebung ein und setzt ihr andererseits einen überraschenden, humorvollen Kontrast entgegen.
Über den Künstler Timm Ulrichs
Der deutsche Konzeptkünstler Timm Ulrichs (* 31. März 1940 in Berlin; † 29. April 2026 in Berlin) gilt als einer der prägenden Vertreter der Konzeptkunst in Deutschland. Er bezeichnete sich selbst als „Totalkünstler“ und arbeitete in zahlreichen Bereichen, darunter Skulptur, Objektkunst, Performance, Fotografie, Text, konkrete Poesie, Grafik und Kunst im öffentlichen Raum.
Charakteristisch für sein Werk waren hintergründiger Humor, sprachliche Pointen und überraschende Perspektivwechsel. Bereits 1961 erklärte er sich selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk“ und machte damit die eigene Person, den Körper sowie das Verhältnis von Kunst und Leben zu zentralen Themen seines Schaffens. Ulrichs nahm 1977 an der documenta 6 teil und wurde 2020 mit dem Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste für sein Lebenswerk ausgezeichnet.